2254

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Seit einer Weile höre ich nachts gerne bei der Gesprächssendung wp:2254 von Deutschlandradio Kultur zu 1, bei der Anrufer ein aktuelles Thema diskutieren. Als Stammhörer kann man auch schnell die Stammzuhörer ausmachen – viele rufen immer wieder an – und sich so Stück für Stück eine Meinung über die einzelnen Teilnehmer bilden.

In der letzten Nacht ging es um die Frage, was Europa für die Hörer ganz persönlich bedeute. Anlass dieser Themenwahl war die »EUROPA-LISTE« des Goethe-Instituts. Dieses hatte vor einigen Wochen dazu aufgerufen, an einer Umfrage über die Kultur Europas teilzunehmen. Das habe ich gerne gemacht und mir zum Beispiel überlegt, wen oder was ich für Europas bedeutendsten Sportler, Bauwerk, Politiker halte, was Europa für mich bedeutet und wie sehr ich mich als Europäer fühle.

Und gestern wurden also die Ergebnisse veröffentlicht und 2254 machte das zum Thema. Und ich habe nach 20 Minuten der Überlegung auch angerufen, weil ich über meine Teilnahme an der Goethe-Umfrage berichten wollte. Ich wählte also die kostenlose Nummer 00800 2254 2254 und kam natürlich nicht durch. Nach etwa 20 Versuchen hat es geklappt und ich hatte einen Mitarbeiter vom Deutschlandradio am Apparat. Er wollte meinen Namen, mein Alter und meinen Wohnort wissen, und außerdem stichwortartig mein Thema. Das habe ich ihm alles brav mitgeteilt. Dann habe ich aufgelegt, er hat mich zurückgerufen und ich habe die Sendung dann via Telefonhörer verfolgt, bis mich der Moderator ausgewählt hat. Und los gings.

Ich war ziemlich nervös. Zuvor hatte ich mir noch ein paar Stichpunkte notiert, damit ich keinen Punkt, der mir wichtig war vergäße. Ich habe also berichtet, dass ich teilgenommen habe und angemerkt, dass es mir gelegentlich schwer gefallen ist, Antworten zu finden. Häufig gab es keine Vorgaben, sodass die Eingabe völlig frei war. Ein Problem für mich war es, tatsächlich die europäische Perspektive einzunehmen und nicht immer kurzerhand deutsche Sportler, Politiker, Städte und Bauwerke zu den tollsten Europas zu erklären. Überhaupt bin ich kein Freund derartiger Superlative.

Dann habe ich erzählt, dass ich mit Europa vor allem die Reisefreiheit und Mobilität verbinde. Als junger Mensch kenne ich bewusst nur das grenzenfreie Europa, und genau das habe ich in den letzten Jahren lieben gelernt und bin viel europäisch unterwegs. Dabei ist auch der Euro ein tolles Hilfsmittel. Für mich ist es immer wieder schön, Münzen aus den verschiedenen Euro-Ländern zu finden. »Europa im Kleinen« habe ich das im Radio genannt.

Der Moderator fragte mich dann noch, wie ich zur europäischen Kultur stehe, ich habe gesagt, dass das die kulturellen Werte sind, auf denen unsere Gemeinschaft fußt und dass ich da durchaus identitätsstiftende Elemente sehe.

Ein anderer Hörer – aus Gießen übrigens – hatte sich im Laufe der Sendung darüber beklagt, dass die europäischen Bürger sich nicht hinreichend auf europäischer Ebene an politischen Entscheidungsfindungen beteiligen könnten. Daraufhin habe ich dann nochmal Werbung für die wp:Europäische Bürgerinitiative gemacht, die ich für ein wichtiges Instrument halte, eine gemeinsame transnationale europäische politische Zugehörigkeit zu generieren. Und dann habe ich mich vertan und gesagt, wir bräuchten eine europäische wp:Polis. Ich meinte aber wp:Demos. Tja.

Nachhören kann man das ganze hier (mp3), mich hört man ab 31′ 50″. Vor lauter Aufregung habe ich nicht mal Hallo gesagt … nächstes Mal!

Show 1 footnote

  1. Früher habe ich übrigens auch gerne Domian bei Einslive gehört, aber das tue ich mittlerweile kaum noch.
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Kategorien: Deutsch, Reiserei

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